Reusen richtig einsetzen – So funktioniert die traditionelle Fischfalle

Reusen gehören zu den ältesten Fangmethoden der Fischerei und sind bis heute ein effektives Mittel, um Fische gezielt zu fangen. Auch wenn sie im klassischen Angelsport eine untergeordnete Rolle spielen, interessieren sich immer mehr Angler für diese Methode – sei es aus Neugier, für die Selbstversorgung oder zur Gewässerbewirtschaftung.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie Reusen funktionieren, wo sie eingesetzt werden und was du unbedingt beachten musst.

Was ist eine Reuse?

Eine Reuse ist eine Fischfalle, die aus einem Netz- oder Drahtgeflecht besteht und so konstruiert ist, dass Fische leicht hineinschwimmen, aber nur schwer wieder herausfinden.

Typische Merkmale:

  • Trichterförmige Eingänge
  • Längliche Netzstruktur
  • Mehrere Kammern
  • Rücklaufsperren

Fische folgen oft ihrer natürlichen Neugier oder Strömung – und gelangen so in die Falle.

Wie funktioniert eine Reuse?

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv:

  1. Fische werden durch Geruch oder Strömung angelockt
  2. Sie schwimmen durch einen engen Trichtereingang
  3. Im Inneren verlieren sie die Orientierung
  4. Der Rückweg wird durch die Bauweise erschwert

Je nach Bauart kann eine Reuse über Stunden oder Tage im Wasser bleiben.

Wo werden Reusen eingesetzt?

Reusen funktionieren besonders gut in:

  • Flachen Uferzonen
  • Schilf- und Krautbereichen
  • Langsam fließenden Gewässern
  • Kanälen und Altarmen
  • Bereichen mit natürlicher Fischbewegung

💡 Tipp: Reusen sollten immer dort platziert werden, wo Fische regelmäßig entlangziehen.

Welche Fische lassen sich mit Reusen fangen?

Je nach Gewässer und Bauart kannst du folgende Fischarten fangen:

  • Aale
  • Weißfische (Rotauge, Brasse)
  • Schleien
  • Karpfen (kleinere Exemplare)
  • Barsche
  • teilweise auch Zander oder kleine Welse

Besonders effektiv sind Reusen beim Aalfang.

Reusen richtig aufstellen

Beim Aufstellen kommt es auf Details an:

  • Reuse parallel zur Uferlinie platzieren
  • Eingänge in Richtung Strömung oder Fischbewegung ausrichten
  • Mit Pfählen oder Gewichten sichern
  • Optional mit Köder bestücken (z. B. Fischreste, Würmer)

💡 Wichtig: Eine gute Platzwahl ist entscheidender als die Reuse selbst.

Reusen beködern – sinnvoll oder nicht?

Viele Reusen funktionieren auch ohne Köder, dennoch kann Anfüttern sinnvoll sein:

Beliebte Lockstoffe:

  • Fischreste
  • Innereien
  • Würmer
  • Lockfutter

Geruch spielt eine große Rolle – besonders bei Aal und Wels.

Rechtliche Hinweise (sehr wichtig!)

Reusen sind in Deutschland streng geregelt und dürfen meist nicht frei von Anglern eingesetzt werden.

Wichtige Punkte:

  • Nutzung oft nur mit Sondergenehmigung
  • Teilweise nur für Berufsfischer erlaubt
  • Gewässerordnung beachten
  • Kennzeichnungspflicht möglich

👉 Unbedingt vor Einsatz informieren, um Bußgelder zu vermeiden!

Vor- und Nachteile von Reusen

Vorteile

✔ Sehr effizient bei richtiger Platzierung
✔ Funktioniert ohne ständige Anwesenheit
✔ Selektiv je nach Bauart

Nachteile

❌ Rechtlich eingeschränkt
❌ Weniger „sportlich“ als Angeln
❌ Regelmäßige Kontrolle notwendig

Reusen – effektiv, aber nicht für jeden Angler geeignet

Reusen sind faszinierende Fanggeräte mit langer Tradition. Sie können sehr effektiv sein, erfordern aber Know-how, Verantwortung und vor allem rechtliche Klarheit.

Für Angler sind sie eher ein spannendes Zusatzthema – für die Fischerei jedoch ein bewährtes Werkzeug.

Tipp von fischpro.de:
Auch wenn Reusen in Deutschland stark eingeschränkt oder oft nicht erlaubt sind, findest du bei uns alles für erfolgreiches Angeln – von Ködern über Montagen bis hin zu professionellem Zubehör. In anderen Ländern gelten teils andere Regelungen: In den Niederlanden und Dänemark ist der Einsatz unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, in Schweden und Norwegen sogar verbreitet – jedoch meist nur mit Genehmigung oder für die Eigenversorgung. Informiere dich daher immer über die lokalen Vorschriften.

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